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Die Chronik der Kirmesgesellschaft Steinbach

von Sebastian Albrecht



Diese Kirmeschronik erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und absolute Richtigkeit. Sie versucht, die Geschichte der Steinbacher Kirmes und die Entstehung der Kirmesgesellschaft Steinbach in Worte zu fassen. Anregungen, Verbesserungen und Vorschläge zum Inhalt werden jederzeit gerne entgegen genommen. Viel Spaß!

1. Begriff und Entstehung der Kirmes

Die Kirmes hat ihren Ursprung in einem kirchlichen Fest. Einmal im Jahr gedachte man des Kirchenpatrons an seinem Namenstag und einmal im Jahr dem Weihetag der Kirche. Seit dem Jahr 813 gelten beide Festtage als kirchliche Feiertage im jeweiligen Ort. Später wurden dann beide Feiern zu einem Fest zusammengelegt, der Kirchweih. Das Wort „Kirmes“ leitet sich von der „Kirchweih-Messe“, später als „Kirmesse“ bezeichnet, ab.
Bereits im Mittelalter wurde die Kirmes zu einer Art Volksfest und erhielt mehr und mehr eine weltliche statt einer kirchlichen Form, wurde zu einer Feier, an der die ganze Dorfgemeinschaft teilnahm. Zunächst stieß diese neue Form des Kirmes-Feierns auf ablehnende Haltung bei den weltlichen und geistlichen Herren, es wurden sogar „Kirmesverbote“ ausgesprochen. Gesetzesbrüche diesbezüglich wurden oft mit Geldbußen oder Haft bestraft. Jedoch setzte sich die Bevölkerung im Laufe der Jahre durch und die Kirmes wurde wieder zu einem großen Dorffest.1
Bis Anfang des 19. Jahrhunderts fand dieses Fest am jeweiligen Tag der eigentlichen Kirchweihe vor Ort statt. Dass somit die Feierlichkeiten das ganze Jahr über stattfanden und die Einwohner jedes Wochenende in ein anderes Dorf zum Feiern zogen, brandmarkten die geistlichen und weltlichen Behörden als Sittenverfall. Um diesem zu begegnen, erließ der säkulare Fürst des Fuldaer Fürstentums Wilhelm Friedrich von Nassau-Oranien im April 1804 ein Gesetz, nachdem alle Kirmesfeste am ersten Sonntag nach Allerheiligen (1. November) abzuhalten seien.2 An diesem Wochenende nach Allerheiligen wurde in Steinbach bis etwa 1990 auch Kirmes gefeiert.
In Steinbach existierte eine Kirche schon um 1450 auf ihrem heutigen Platz, denn Steinbach war zu der Zeit eine Außenstelle der Pfarrei Eiterfeld. Somit kann ab dieser Zeit in Steinbach auch vom Feiern der Kirmes als Kirchweihund Patronatsfest ausgegangen werden. 1725 war die Steinbacher Kirche schon dem Evangelisten Matthäus geweiht, der Patronatstag ist der 21. September.3

1 www.kirmeskalender.de (aufgerufen am 09.05.2006)
2 Rehm, Gottfried: Die Verlegung der Kirmes im Fuldaer Land. In: Buchenblätter. Jahrgang 1985. S. 68.
3 Mrasek, Reinhard: 100 Jahre Pfarrgemeinde Steinbach. 1885 – 1985. Herausgegeben von der Pfarrgemeinde St. Matthäus Steinbach. 1985. S. 22f.

2. Die ältesten Beurkundungen der Kirmes in Steinbach

Zum ersten Mal wird aus dem Jahre 1540 vom Feiern der Kirmes in Steinbach berichtet. So ein Bericht, der sich aus alten Urkunden ableitet:
„Man wusste in Burghaun, daß beim Weinausschank auf Festen Geld zu verdienen war. Also machte sich die Frau des Ritters Andreas von Haun, Magdalene geborene von Lochow, im Jahre 1540 auf nach Steinbach. Dort feierte man die Kirmes (Kirchweihe) in einer Bauernscheune. Sie ließ einige Fässer Wein in eine andere Bauernscheune bringen und schenkte etliche Fässer aus. Den anderen Vorrat wollte sie am anderen Kirmestage (Wälzertag genannt) in Steinbach noch ausschenken. Ein riesiger Knecht sollte ihr am nächsten Tage bei der Arbeit helfen. Am Abend ging dieser hin zu dem Kirmestrubel der Steinbacher Jugend. Vielleicht benahm er sich allzu keck „auf der Kirb“. […] Ein in Steinbach wohnender Schäfer schlug mit der Holzaxt „bei dem Aufruhr“ auf den riesigen Knecht der Familie Andreas Haun ein. Noch in derselben Stunde war der Angegriffene bereits tot. […]“ 4
Weitergehend wird von der Kirmes in Steinbach im Jahre 1559 berichtet. Der Zentgraf von Burghaun hielt damals die 6 Aus den Aufzeichnungen von Karl Schüler, Roßbach, freundlicherweise übermittelt von Robert Kraus, Malges. niederen Gerichte ab, um kleinere Vergehen aufzudecken und abzuurteilen. Steinbach gehörte damals zum Amt Burghaun, einem Verwaltungsbezirk der Abtei Fulda, und die Zentgrafen waren neben den meist adligen oberen Amtmännern die eigentlichen Verwalter und Gerichtshalter. So auch in einem Gericht zu „Haun“5 des Jahres 1559:
„Pfaff Velten hat auf der Steinbacher Kirmes einen Burschen aus Wölph6 blutrünstig gehauen mit einem Weyder. Ist der Herren Strafe vorbehalten worden.“ 7
Wie man an den beiden genannten Vorgängen erkennen kann, war nach dem Ende des Mittelalters das Feiern der Kirmes im Dorf Steinbach schon ein verweltlichtes Fest, wohl aber sicherlich noch mit einem starken kirchlichen Hintergrund. So wird nun im Jahre 2013 in Steinbach schon mindestens seit 474 Jahren Kirmes gefeiert. Inwieweit sich der Kirmesbrauch damals ausdrückte, kann man nicht genau sagen.

4 Aus den Aufzeichnungen von Karl Schüler, Roßbach, freundlicherweise übermittelt von Robert Kraus, Malges.
5 „Haun“ ist die ehemalige Bezeichnung für „Burghaun“, gemeint sind hier Stadt und Dorf Burghaun.
6 „Wölf“, Ortsteil von Eiterfeld.
7 Schüler, Karl: Burghaun – Vom Mittelalter zur Neuzeit. In: Burghaun im Wandel der Zeiten. Herausgegeben von der Gemeinde Burghaun. 1980. S. 70ff.

3. Die Kirmesfeiern vor 1987

Im 20. Jahrhundert wurde die Kirmes in Steinbach wie in jedem Ort am ersten November-Wochenende (dem „eigentlichen“ Kirmes-Wochenende) gefeiert. Das Fest war nun ein weltlichtes Fest, mit kirchlichem Hintergrund. Die Feier wurde im und vor dem Gasthaus Ludwig in der Dorfstraße 8 gefeiert und von den Kirmesburschen des Sportvereins Steinbach, der sich 1920 gründete, organisiert. Das Amt des Ploatzknechtes übernahm in jedem Jahr ein anderer Kirmesbursche.
Im Hof vor dem Wirtshaus Ludwig stellten die Burschen, deren Anzahl im Laufe der Jahre stark schwankte, einen geschmückten Kirmesbaum auf und luden das ganze Dorf durch Umspielen mit Kapelle zum abendlichen Tanz in den Saal Ludwig. Der Kirmesmontag zum Abschluss des Festes war ein dörflicher Feiertag, viele mussten (oder durften) nicht zur Arbeit. Um 9 Uhr am Montagmorgen begann der Frühschoppen in der Gastwirtschaft, Nichterscheinen oder Unpünktlichkeit hatten eine saftige Strafe zur Folge. In den 1950er Jahren wurde die Steinbacher Kirmes auch einige Male in der Gastwirtschaft Walk in der Königstraße 55 gefeiert.8 Die Kirmes war von jeher ein Fest für das ganze Dorf, das von den jungen Erwachsenen, in der Hauptsache von Sportlern des Sportvereins, durchgeführt und vom Vorstand und Mitgliedern des SV Steinbach 1920 gefördert und unterstützt wurde. Die Kleidung der Kirmesburschen vor 1987 waren mit Buchsbaumzweigchen geschmückte weiße Sackschürzen und Strohhüte.9

8 Informationen von Rainer Wingenfeld ,Steinbach; Rudolf Ludwig, Klausmarbach.
9 Informationen von Markus Gutberlet, Steinbach; Berthold Helmke, Steinbach.

4. Die Anfänge der neuen Kirmesgesellschaft mit Paaren

In den Jahren 1986 und 1987 trugen sich der Vorstand des Sportvereins Steinbach 1920 und junge Vereinsmitglieder mit dem Gedanken, die Kirmesfeierlichkeiten für die Bevölkerung attraktiver zu machen. Vor allem der zweite Vorsitzende des Sportvereins Egbert Kraus, seine Freunde sowie der „Club der Langen“ waren hier sehr engagiert. Schließlich konnte man sich gegenseitig überzeugen, eine Kirmesgesellschaft mit Kirmespaaren und Kirmestanz unter dem Kirmesbaum zu gründen, wie dies in einigen Orten der Umgebung zuvor schon geschehen war. Die nun auch mit jungen Frauen verstärkte Kirmesgesellschaft war dem Sportverein Steinbach 1920 angeschlossen.
1987 gilt als das Gründungsjahr der Kirmesgesellschaft, da diese sich in den Sommer- und Herbstmonaten auf die erste Steinbacher Kirmes mit Kirmespaaren vorbereitete. Die Gruppe, bestehend aus 26 jungen Leuten, gab sich den Namen „Kirmesgesellschaft des Sportverein Steinbach 1920 e.V.“ Vor allem Egbert Kraus war der erste Organisator der ersten Kirmes mit Kirmespaaren im Jahre 1987, die ersten Tänze wurden von Ursula Heimrich mit dem Akkordeon eingeübt. Erstes Ploatzpaar wurden Ploatzknecht Markus Gutberlet und Ploatzmagd Marion Kircher (heute Biedenbach). Von den ersten 13 Kirmespaaren wurden althergebrachte Traditionen wie das Baumaufstellen, das Umspielen, der Kirmesgottesdienst und die dreitägige Festivität (Samstag, Sonntag, Montag) übernommen. Die Kirmesjungs der Kirmesgesellschaft kleideten sich mit blauer Jeans, weißen Hemden und dem traditionellen Strohhut mit Gesteck. Die Kirmesmädels trugen extra angefertigte weiß-rot gestreifte Kirmesröcke und eine weiße Bluse.
Die Kirmesfeierlichkeiten fanden, wie die Jahrzehnte zuvor auch, in der Gastwirtschaft Ludwig und im Saal statt. Der Kirmesbaum maß traditionell um die 20 Meter und stand in einem Extra-Kirmesbaum-Loch in „Aschollesse“ Hof, vor der Gastwirtschaft und direkt gegenüber der Kirche.
Zum ersten Paar-Kirmestanz am Kirmessonntag 1987 in Steinbach verlasen die 13 Kirmespaare ihre Kirmessprüche und die Ehrengäste hielten Ansprachen. Ursula Heimrich spielte mit dem Akkordeon unter dem Kirmesbaum zum Kirmestanz.
Heidelbeerploatzessen und Würstchenwettessen unter dem Kirmesbaum wurden weiter geführt. Zwibbelsploatz und Breidekoche wurden draußen von der Kirmesgesellschaft am Hof verkauft. An den Abenden fand wie überliefert der Tanz in „Aschollesse“ Saal statt. Die neue Art, Kirmes zu feiern lockte viele Besucher zu den Veranstaltungen und zum Tanz am Kirmessonntag.
Nach dem ersten Kirmesjahr wurden die ungeschriebenen „Statuten“ der Kirmesgesellschaft festgelegt, wie zum Beispiel, dass jedes Jahr ein neuer Ploatzknecht gewählt werden muss, unterstützt von Schwanz- und Schnapsknecht. Die Kirmesburschen sollen nach Möglichkeit Steinbacher sein. Auch das Alter des Eintritts in die Kirmesgesellschaft sollte nicht zu jung sein. Zu Beginn galt die feste Regel: Mädchen 16 und Jungen 18 Jahre. Alle Mitglieder müssen unter dem Baum am Kirmessonntag tanzen. Auch wurde 1988/1989 mit der Tradition des Aus- und Eingrabens vor beziehungsweise nach jeder Kirmes begonnen.
Im schwierigen zweiten Jahr 1988 gab es Mitgliederprobleme in der Kirmesgesellschaft und einige Schwierigkeiten in der Organisation. Nach der Kirmes 1988 hatte man gemerkt, dass das gemischte System aus Bewirtung und Unterhaltung durch die drei beteiligten Gruppen Gaststätte Ludwig, Sportverein und Kirmesgruppe nicht den erhofften Verdienst brachte. Die Kirmesgesellschaft und Sportverein entschieden sich dafür, weiterhin zusammenzuarbeiten.10 Diese Zusammenarbeit zwischen der Steinbacher Kirmesgesellschaft und dem Sportverein Steinbach 1920 e.V. setzte sich bis ins Jahr 2012 erfolgreich fort.

10 Informationen von Markus Gutberlet, Steinbach.

5. Weiterentwicklung der Kirmesgesellschaft

Um Durchführungs- und Platzproblemen gerecht werden zu können, fand im Herbst 1989 zum ersten Mal die Kirmes im Steinbacher Dorfgemeinschaftshaus statt. Veranstalter sind seitdem ausschließlich der SV Steinbach 1920 e.V. gemeinsam mit der Kirmesgesellschaft. Die bunte Bänderdecke in der Halle und die neuen extra genähten Kirmestrachten gehörten seit 1989 zur Kirmes, genauso wie die einstudierten Paartänze und der jetzt größere Kirmesbaum vor der ehemaligen Unterkunft der Freiwilligen Feuerwehr, heute Deutsches Rotes Kreuz.
Als eine der ersten Kirmesgruppen wurden die Steinbacher Kirmespaare seit der Kirmes 1989 von einem Minipaar begleitet.13 Im selben Jahr wurde eine neue Kirmestracht für Mägde und Burschen angeschafft.
Die von den ersten Kirmesleuten eingeführte Art, eine langüberlieferte Kirmes gebührend mit Trachten und Paartanz zu feiern, hat sich letztendlich erfolgreich durchgesetzt und in den ersten Jahren als Institution etabliert, die das kulturelle Leben in Steinbach sehr bereichert.
Heute findet die Kirmes an vier Tagen (Freitag bis Montag) im Oktober statt, meistens an dem Wochenende im Oktober, das den vorletzten Sonntag des Monats beinhaltet. Die Kirmesgesellschaft besteht seit ihrer Gründung aus je der gleichen Anzahl von Kirmesmägden und Kirmesburschen und organisiert sich, den veränderten Umständen angepasst, nach denselben Regeln wie in den Gründungsjahren. Die Anzahl der Kirmesmitglieder schwankte zwischen 13 (1987) und 21 (1993) Paaren.
Besondere Tradition ist die „Ploatzrunde“ am Kirmessonntag. Hierbei finden sich alle Ploatzknechte auf Einladung des Schwanzknechtes zum jährlichen Treffen am Ploatzmeter zusammen. Die jeweilige Ploatzmagd verwahrt das Maskottchen der Gesellschaft, den „Kirmespaul“, der während der Kirmestage über die Kirmesmitglieder und die Kirmesbesucher wacht. Für fünf und zehn Jahre Tanz unter dem Kirmesbaum verleiht die Kirmesgesellschaft seit dem fünfjährigen Jubiläum 1991 unter dem Baum am Kirmessonntag Ehrenmedaillen. Jährlich am Pfingstwochenende genießt die Kirmesgesellschaft ihre wohlverdiente dreitägige Kirmesfahrt, die in jedem Jahr ein anderes Ziel innerhalb Deutschlands (oder Europas) hat.
Um eine große Feier jährlich mit vielen Gästen wiederholen zu können, wurde etwa ab 1990 der Steinbacher Kirmes- Termin vom ersten November-Wochenende in den Oktober verschoben. Man wollte nicht mehr an dem Wochenende die eigene Kirmes feiern, an dem alle anderen Ortschaften auch ihre Kirmes begehen. Das hatte ab dieser Zeit den Vorteil, viele andere Kirmesgesellschaften einladen, und auf mehr auswärtige Kirmesfeiern fahren zu können. Dadurch wurden viele regionale „Kirmesfreundschaften“ im Fuldaer und Hersfelder Raum geschlossen.
Da eine Vereinigung wie die Kirmesgesellschaft, die große Veranstaltungen organisiert und durchführt, viel Lagerplatz benötigt, gab und gibt es „Kirmesscheunen“. Diese Kirmesscheunen befanden sich in geräumigen, ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäudeteilen und dienen zur Lagerung und zur Vor- und Nachbereitung von Terminen im Kirmesjahr. Zur Unterbringung ihrer Werkzeuge, Bastelutensilien und des Kirmeseigentums konnte die Kirmesgesellschaft schon viele „Kirmes-Scheunen“ im Ortbereich benutzen, unter anderem bei Manfred Gutberlet im Althöfer Weg11, seit 2000 bei Helmut Heimrich im Bachweg, Heinz Apel in der Königstraße und bei Willi Helmke Am Hausgarten.
Zur Kirmes 2001 gab es eine neue Tracht, die alte hatte ihren Dienst 12 Jahre getan. Das Gesamtbild der neuen Tracht geht in Richtung grün, dadurch veränderte sich besonders das Erscheinungsbild der Kirmesmägde, die einen neuen Rock mit Schürze bekamen. Bei den Burschen änderten sich die Farbe des Halsbandes und der Hutschmuck. Als Gast bei anderen Kirmesgesellschaften tragen die Steinbacher Kirmestänzer ein einheitliches Polohemd in den Farben rot (seit den Anfängen), grün (seit 2002) und lila (seit 2010).
Am 1. Juli 2006 wurde das Jubiläum „20 Jahre Kirmespaare“ im großen Stil in Gabels Hof und Scheune in der damaligen Sackgasse gefeiert. Das 25-jährige Bestehen der Kirmespaare feierte man am 17. September 2011 im und am Steinbacher Schützenhaus. Zu den Jubiläen wurden alle ehemaligen Kirmestänzer und deren Familien eingeladen. In den Jahren 2008 bis 2012 fand die Kirmes im Festzelt auf dem Festplatz gegenüber dem Dorfgemeinschaftshaus statt, der Kirmestanz unter dem Baum weiterhin vor dem Dorfgemeinschaftshaus. Seit 2013 war die Kirmesfeier wieder im Dorfgemeinschaftshaus.
Eine freundschaftliche Beziehung mit der Kulmbacher Brauerei AG unterhält die Kirmesgesellschaft seit dem Sommer 2007. Nach erfolgreicher Teilnahme an dem Wettbewerb „Wer hat Kirmes?“ wurde durch die Brauerei ein schöner Handwagen mit Zapfanlage überreicht. Jährlich setzt sich seitdem die Kirmesgesellschaft zur Bierwoche nach Kulmbach in Bewegung, um dort am großen Festzug des Bierfestes teilzunehmen.
Die Ur-Steinbacher Kirmestanz, die „Sternpolka“ wird nun auch schon seit 1987 auf beinahe jeder besuchten – und natürlich auf der eigenen – Kirmes getanzt. Seit den ersten Kirmesjahren gibt es auch als unverwechselbare Logos der Steinbacher Kirmesgesellschaft den lieben „Kirmespaul“ und das Kirmesbaum-Logo. Diese Logos finden sich auf Plakaten und Werbezetteln, sowie auf den Kirmeshemden wieder. Ein weiteres Markenzeichen sind die Baumscheiben mit den Namen der Kirmespaare, die seit 1992 jährlich angefertigt werden und als Dekoration den Kirmessaal oder das Kirmeszelt verschönern.
Von der ersten Kirmes mit Kirmespaaren in 1987 bis einschließlich der Kirmes im Herbst 2014 tanzten insgesamt 282 verschiedene Kirmesmädchen und Kirmesburschen (inklusive Minipaare) unter dem Kirmesbaum.
Am 9. August 2013 wurde im Saal der Gaststätte „Zum Adler“ aus den Reihen der Kirmesgesellschaft der eigenständige Verein „Kirmesgesellschaft Steinbach e.V.“ gegründet. Damit verselbständigte sich die Kirmesgesellschaft in einem eigenen Verein, zuvor war sie Teil des Sportvereins Steinbach 1920 e.V.

11 Informationen von Markus Gutberlet, Steinbach.

6. Das Kirschblütenfest

Schon seit der Gründung der Kirmesgesellschaft hatten die jungen Kirmesleute die Idee, neben der Kirmes im Herbst noch eine sogenannte „Strohkirmes“ oder „Heukirmes“ im Frühjahr oder im Sommer zu feiern. Diese zusätzliche Feier sollte dann von der Kirmesgesellschaft eigenständig organisiert und durchgeführt werden. Favorisiert wurde diese Idee damals von Hartmuth Kiel. Ein solches Fest wurde dann im Jahr 1993 unter dem Namen „Kirschblütenfest“ erstmals im Mai mit der Band „Just For Fun“ aus Marbach im Dorfgemeinschaftshaus Steinbach veranstaltet. Initiatoren waren die Ploatz-, Schnaps- und Schwanzpaare der vorausgegangenen Kirmes des Jahres 1992. Nach einer einjährigen Pause fand im Mai 1995 das zweite Kirschblütenfest statt, wieder mit der Band „Just For Fun“.
Am dritten Kirchblütenfest im Jahr 1996 erklärte sich die für das Fest engagierte Band „Colorados Music & Show“ aus dem Raum Burghaun/Hünfeld bereit, den Eintritt selbst zu kassieren, die Bewirtung erfolgte weiterhin durch die Kirmesgesellschaft. Neu war 1996 auch, dass der Termin für das Kirschblütenfest auf den Ostersonntag fix festgelegt wurde. Hierzu gab sogar der damalige Pfarrer Otmar Gros (Steinbacher Pfarrer von 1984 bis 1996) sein Einverständnis.12 Diese gut zusammenarbeitende Formation aus „Colorados“ und Steinbacher Kirmesgesellschaft währte unverändert bis in das Jahr 2010. Während dieser 15 Kirschblütenfeste entwickelte sich das Fest von Jahr zu Jahr zu einem größeren Ereignis. Die Tischreihen und Sitzplätze wurden in den ersten Jahren abgeschafft und die Besucherzahlen wuchsen und sprengten beinahe das Fassungsvermögen des Dorfgemeinschaftshauses. Seit Ostersonntag 2008 findet das Kirschblütenfest in einem großen Festzelt auf dem Festplatz gegenüber dem Dorfgemeinschaftshaus statt, auch mit „Vorbands“ und „Pausenprogramm“.
Bei dem heute größten alljährlichen eintägigen Fest in Steinbach, das seit Jahren weit über die Kreisgrenzen hinaus beliebt und bekannt ist, führt ab Ostern 2011 die Kirmesgesellschaft wieder die alleinige Regie, die oberfränkische Band „Die Partyteufel“ sorgten bei den Kirschblütenfesten seit 2011 für erstklassige Unterhaltung.

12 Informationen von Lars Hosbach und Sabine Bornschier geb. Liebeck.